Ihr CBD-Extrakt verändert im Glas seine Konsistenz: Das Phänomen der Keimbildung erklärt
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INHALT
Vielleicht ist es dir schon einmal passiert, dass du ein CBD-Extrakt mit einer glatten oder cremigen Konsistenz bestellt hast und dann einige Wochen später feststellst, dass sich Kristalle oder kleine Körnchen gebildet haben. Dieses Phänomen mag überraschen, lässt sich aber oft durch einen natürlichen Vorgang erklären, der als Keimbildung bezeichnet wird und den ich dir im Folgenden näher erläutere.
Die Keimbildung ist ein natürliches Phänomen, das in bestimmten Extrakten zur allmählichen Kristallisation von CBD führt.
Eine Veränderung der Konsistenz ist nicht unbedingt ein Zeichen für Verderb oder schlechte Qualität.
Die Zusammensetzung des Extrakts, die Temperatur und die Lagerbedingungen haben einen starken Einfluss auf die Kristallbildung.
Der Begriff „Keimbildung“ bezeichnet den Vorgang, bei dem sich in einem Gemisch gelöste Moleküle beginnen, sich zu festen Strukturen, sogenannten Kristallen, zu organisieren.
Dieses Phänomen tritt überall in der Natur auf. Wenn Wasser gefriert, ordnen sich die Moleküle so an, dass Eis entsteht. Wenn ein hochkonzentrierter Sirup abkühlt, können sich Zuckerkristalle bilden. Hanfextrakte folgen manchmal dem gleichen Prinzip.
Bei Konzentraten und CBD-Harzensind es vor allem die Cannabidiol-Moleküle, die sich nach und nach zusammenlagern, bis sie Kristalle bilden, die mit bloßem Auge sichtbar sind.
CBD weist eine wichtige chemische Eigenschaft auf: In seiner reinen Form neigt es von Natur aus zur Kristallbildung.
Wenn ihre Konzentration in einem Extrakt hoch wird, streben bestimmte Moleküle danach, einen stabileren Zustand zu erreichen. Sie lagern sich dann nach und nach um kleine Ausgangspunkte an, die als Kristallisationskeime genannt, zusammen.
Dieses Phänomen deutet oft auf einen hohen Gehalt an relativ wenig verarbeiteten Cannabinoiden.
In bestimmten Roh-Extrakten kann auch CBDA an der Keimbildung beteiligt sein. CBDA ist die Säureform, die in der Pflanze von Natur aus vorkommt, bevor sie in CBD umgewandelt wird. Wie Cannabidiol besitzt auch dieses Molekül eine Struktur, die unter bestimmten Bedingungen die Kristallbildung begünstigt.
Das gleichzeitige Vorhandensein von CBD und CBDA kann die im Laufe der Zeit beobachteten Veränderungen der Textur manchmal beschleunigen.
Nicht alle Extrakte weisen das gleiche Risiko der Keimbildung auf. Je höher nämlich die CBD-Konzentration ist, desto mehr Moleküle befinden sich auf engstem Raum. Diese Dichte begünstigt das Zusammentreffen der Moleküle und erhöht die Wahrscheinlichkeit der Kristallisation.
Deshalb ändern hochkonzentrierte Extrakte in der Regel leichter ihre Konsistenz als Produkte, die geringe Mengen an Cannabinoiden enthalten.
Manche Konzentrate , die ursprünglich durchscheinend waren, können daher nach einigen Wochen undurchsichtig oder körnig werden nach einigen Wochen.
Terpene wirken wie natürliche Lösungsmittel, die Cannabinoide vorübergehend in Suspension halten können. Enthält ein Extrakt einen hohen Terpenanteil, bleibt die Konsistenz oft über einen längeren Zeitraum flüssiger. Ein Produkt mit geringerem Terpengehalt kann hingegen schneller kristallisieren.
Das ist einer der Gründe, warum sich zwei Extrakte mit einem ähnlichen CBD-Gehalt in ihrem Glas völlig unterschiedlich entwickeln können.
Temperaturschwankungen haben einen starken Einfluss auf die Keimbildung. Eine Lagerung in einer kühlen Umgebung begünstigt oft die Bildung von Kristallen. Umgekehrt kann eine höhere Temperatur dieses Phänomen vorübergehend verlangsamen oder den Extrakt geschmeidiger machen.
Die wiederholten Erwärmungs- und Abkühlungszyklen können ebenfalls die innere Struktur des Konzentrats verändern.
Deshalb kann sichein Extrakt, der im Winter im Auto aufbewahrt wird oder starken Temperaturschwankungen ausgesetzt ist, schneller verändern alsein Produkt, das an einem stabilen Ort gelagert wird. Die Verpackung des Harzes (und der Blüten) ist daher sehr wichtig.
In manchen Fällen setzt die Keimbildung unbemerkt ein. Im Inneren des Extrakts bilden sich winzige Kristalle , ohne dessen Gesamterscheinungsbild sofort zu verändern.
Mit der Zeit werden diese Mikrokristalle vermehren sich und verleihen dem Produkt eine leicht körnige Textur.
Das Produkt bleibt trotz dieser Entwicklung uneingeschränkt einsatzfähig.
Wenn die Keimbildung gleichmäßig verläuft, kann derkann der Extrakt eine dickflüssigere und cremigere Konsistenz annehmen. Dieses Phänomen ist bei bestimmten hochwertigen Konzentraten erwünscht, deren Konsistenz manchmal an Butter oder Schlagsahne erinnert.
In einigen besonders CBD-reichen Extrakten kann die Keimbildung sehr deutlich sichtbar werden. Dabei weiße oder durchscheinende Kristalle sind dann deutlich im Produkt zu erkennen.
Eines der am weitesten verbreiteten Vorurteile ist die Annahme, dass ein Extrakt, der auskristallisiert, verdorben ist. In den meisten Fällen ist das falsch.
Die Nukleation verändert vor allem die Textur und manchmal auch das optische Erscheinungsbild. Sie bedeutet nicht automatisch einen Qualitätsverlust oder eine Beeinträchtigung der Cannabinoide.
Es besteht jedoch ein Unterschied zwischen einer normalen Keimbildung und einer tatsächlichen Produktverschlechterung. Ein ungewöhnlicher Geruch, Schimmelbildung, eine ungewöhnliche Verfärbung oder Feuchtigkeitsspuren können auf ein Lagerungsproblem hindeuten.
Dagegen sind die Bildung von Kristallen oder eine Veränderung der Konsistenz bei bestimmten cannabinoidreichen Konzentraten in der Regel zu erwarten.